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Älter als 50 Jahre?

Bewerbt euch!

Oft werde ich von Bewerbern etwas zurückhaltend gefragt: „Ich bin älter als 50 Jahre, lohnt es sich da noch, Ihnen eine Bewerbung zu senden?“

Vor wenigen Jahren hätte der Bewerber wirklich schlechte Karten gehabt, auch wenn ich ihm das nicht hätte sagen dürfen. Inzwischen betrachten es unsere Kunden als völlig selbstverständlich, wenn wir Ihnen Bewerberinnen und Bewerber aus dieser Altersgruppe vorstellen.

Meiner Erfahrung nach hat diese Entwicklung zwei wesentliche Ursachen:

  1. Durch den oft zitierten demografischen Wandel gibt es nicht genügend Bewerber aus der ehemaligen  „Wunsch-Zielgruppe“ im Alter bis zu 45 Jahren.
  2. Viele Entscheidungsträger sind selbst in der Altersgruppe 50+ angekommen. Und sie merken, dass sie noch leistungsfähig und voller Ideen sind.

Auch das Thema Zeit hat sich relativiert. Die Entwicklungen und Umbrüche in unserer Wirtschaft erfordern ein ständiges Reagieren und Anpassen der Unternehmen an den Markt. Kein Unternehmen kann sagen, wie es in 10 Jahren aufgestellt sein wird. Und so lange sind auch die über 50jährigen Mitarbeiter mit ihren wertvollen Erfahrungen mindestens noch für das Unternehmen tätig.

Viele Vorgesetzte haben auch die Erfahrung gemacht, dass die älteren Arbeitnehmer Probleme oft effektiver lösen. Gern wird dabei der Spruch zitiert:

„Die Jüngeren sind zwar schneller, aber die Älteren kennen die Abkürzungen.“

Manche Aufgaben erfordern geradezu eine bestimmte Altersgruppe. So gibt es Positionen im Vertrieb, bei denen der Stelleninhaber aufgrund der Kundenstruktur und des Produktes ein seniores Auftreten haben muss, um von den Ansprechpartnern akzeptiert zu werden. Viele komplexe Produkte und Dienstleistungen erfordern eine sehr gute Markt- und Branchenkenntnis, die man nur über eine langjährige Tätigkeit erwerben kann.

Unsere Kunden schätzen auch die Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit und Zuverlässigkeit der Menschen aus der Altersgruppen der über 50jährigen. Sie haben schon lange den „Praxis-Schock“ hinter sich, den fast jeder Absolvent erleidet, der mit viel Wissen aus den Lehrbüchern und entsprechend ausgeprägtem Selbstbewusstsein ins Unternehmen kommt.

Ich selbst habe in den vergangenen Monaten mehrfach Bewerber an Unternehmen vermitteln können, die die Zahl 50 schon lange erreicht haben. Sie konnten mit einer hohen Motivation, viel Berufs- und Lebenserfahrung sowie der sichtbaren Lust auf Neues überzeugen.

Meine Empfehlung an alle, die die 50 hinter sich gelassen haben und sich trotzdem noch verändern wollen – Bewerbt euch!!

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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2 Responses »

  1. Suche Führungsposition in der Hotellerie/Tourismus

  2. Jung und Alt zu kombinieren ist der Königsweg!

    Ich bin Anfang 2015 gerade 58 geworden und suche eine neue Herausforderung als Führungskraft im Bereich Maschinen- und Anlagenbau.
    Das Feedback von Headhuntern und Personalbüros ist zweigeteilt: Die eine Hälfte unterstützt vollständig Ihre (sehr gute) Argumentation, Herr Hauenschild, die andere Hälfte lässt nach wie vom Azubi alles aussortieren, was über 45 Jahre alt ist.
    Gerade habe ich von einem führenden Automobilzulieferer nach nur 2 Tagen eine Standardabsage erhalten, “die Stelle sei schon besetzt”, dann erhielt ich eine Entschuldigung und eine Einladung zu einem gut verlaufenen Vorstellungsgespräch. Gescheitert ist dieses letztlich, dass der potenzielle Chef angenommen hat, ich würde unzufrieden werden mit einem geringeren Gehalt und etwas weniger Personalverantwortung, obwohl ich mich heute nicht mehr über Geld und Headcount definieren möchte.
    Heute ist für mich wichtig, den Jüngeren die Tricks beizubringen, die “Abkürzungen” zu finden und das “richtige Zuhören” zu lernen, und selbst innovativ und kreativ bleiben zu können, gerne unter Zuhilfenahme der ganz Jungen. Und diesbezüglich: In meinem fortgeschrittenen Berufsleben habe ich alter Hase viele Junge sehr fördern können, indem ich mein Wissen und meine Erfahrung weiter gegeben habe. Keine/r hat an meinem Stuhl gesägt, aber ich erhalte noch nach Jahren dankbare Weihnachts- und Geburtstags-Post und manche/r ist zu einem festen Bestandteil meines persönlichen Netzwerks geworden.
    Fazit: Jung und Alt zu kombinieren ist der Königsweg!

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