It's all about people.

Burnout – so verringern Sie das Risiko für den Unternehmenserfolg

Burnout

Der steigende Wettbewerbsdruck, die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und das Gefühl eines permanenten Zeitmangels tragen dazu bei, dass immer mehr Fach- und Führungskräfte am Rande der Erschöpfung arbeiten. Wenn es wirklich zum sogenannten Burnout kommt, kann der Schaden durch Leistungsabfall und Fehlentscheidungen für Unternehmen erheblich sein. Deshalb sind sie gut beraten, ihren Mitarbeitern präventiv zu helfen – unter anderem durch den Einsatz auf der richtigen Position.

Wohin man schaut, überall hört und liest man von „Burnout“. Ist es nur ein weiterer Modebegriff oder verbirgt sich dahinter ein echtes Problem für Unternehmen? Und falls ja, was können Manager für sich und ihr Unternehmen tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? „Burnout“ beschreibt wortwörtlich einen Zustand des „Ausgebranntseins“, das heißt der körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung aufgrund beruflicher oder anderweitiger Überlastung. Dieser Zustand gilt gemäß gängiger Krankheitskataloge zwar nicht als Krankheit, es ist jedoch unbestritten, dass ein Burnout den Gesundheitszustand erheblich beeinflusst. Unsere moderne Gesellschaft, die von einem durch die Globalisierung erhöhten Wettbewerbsdruck bestimmt wird, trägt sicher ihren Teil zu den Belastungen bei. Dabei ist es schwierig, bestimmte Berufsgruppen auszumachen, bei denen Burnout besonders häufig in Erscheinung tritt. Es ist somit kein spezifisches Phänomen der Branchen mit raschen Technologiesprüngen, zum Beispiel aus dem Internet- und Telekommunikationsumfeld. Burnout kann in jeder Branche auftreten. Vielleicht auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ihrer Branche?

Doch wie kommt es zum Burnout? Was führt dazu, dass Menschen, die bisher erfolgreich ihrer Arbeit nachgegangen sind, dieses von heute auf morgen nicht mehr können? Meist lassen sich die Ursachen eines Burnouts bei betroffenen Mitarbeitern nicht eindeutig lokalisieren. Es gibt allerdings eine Reihe von Faktoren, die auch für Außenstehende, also Personalverantwortliche und Kollegen, erkennbar sind. Eine emotionale Erschöpfung äußert sich darin, dass sich jemand beruflich oder privat für nichts mehr begeistern oder für etwas Freude entwickeln kann. Eine Depersonalisation, das heißt die Entfremdung vom bisherigen Umfeld, etwa in den Beziehungen zu Kollegen und Kunden, ist ebenfalls ein Symptom für einen Burnout. Die Betroffenen fangen an, teils unangebracht, teils launisch zu reagieren. Auch eine Leistungsunzufriedenheit, meist aufgrund zu hoher oder vermeintlich unerreichbarer Anforderungen an sich selbst, ist typisch für die Phase vor dem Burnout.

Äußere und innere Faktoren
Angestellte, vor allem Leistungsträger, die wegen eines Burnouts nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, kosten Unternehmen viel Geld. Nicht nur das Gehalt ist hier zu nennen, sondern auch die Leistung, die nicht in erfolgversprechenden Maßnahmen mündet: Wichtige Projekte kommen nicht voran, Entscheidungen werden vertagt oder gravierende Fehler übersehen. Begünstigt wird Burnout durch äußere und innere Faktoren. Äußere Faktoren sind vor allem die emotionale Belastung, etwa durch Zeitdruck, zu viele Projekte auf einmal sowie die zunehmende Komplexität des beruflichen Umfeldes. Diese Faktoren treten verschärft in besonders umkämpften Branchen auf, in denen oft die Angst um den eigenen Arbeitsplatz umgeht.

Innere Faktoren beziehen sich vorrangig auf die Persönlichkeit. Hier ist es wichtig, ob eine Person gemäß den Charaktereigenschaften und persönlichen Fähigkeiten richtig eingesetzt wird oder unter Über- oder Unterforderung leidet. Zudem gibt es Persönlichkeitsmerkmale, die auf ein erhöhtes Burnout-Risiko hinweisen. Aus meiner langjährigen Erfahrung in der beruflichen Personalauswahl sind dies die Neigung zum Perfektionismus; die Schwierigkeit, Nein zu sagen; eine übersteigerte Hilfsbedürftigkeit oder Kontrollzwang; Schwierigkeiten mit komplexen Aufgaben; ein übersteigertes Bedürfnis nach Anerkennung; ein Unvermögen, Aufgaben zu delegieren und die Neigung zu Irritation oder Sorgen. Diese Persönlichkeitsmerkmale sind nicht per se kritisch zu beurteilen. Erst durch die jeweils ausgeübten Tätigkeiten erhalten sie Relevanz. Aufgaben nicht delegieren zu können ist für einen Sachbearbeiter nicht unbedingt ein Problem, für den Leiter eines Teams mit vielen Mitarbeitern dagegen schon. Wenn dieser alles selbst machen möchte, setzt er sich unnötig unter Druck, vor allem bei zeitkritischen Themen. Hilfsbereitschaft ist grundsätzlich positiv zu sehen, führt aber bei zu viel Engagement zu ähnlich negativen Ergebnissen. Es kommt also auf die Aufgaben und das richtige Maß an. Erst wenn hier ein Ungleichgewicht entsteht, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Burnout.

Wie können Sie als Arbeitgeber vorbeugen?
Um es gar nicht erst zu einem Burnout kommen zu lassen, lohnt es sich, auf wirkungsvolle Prävention zu setzen. Entsprechende Maßnahmen kosten nicht unbedingt viel Geld. Eine fürsorgliche Unternehmenskultur sowie spezielle Angebote für Arbeitnehmer könnten wie folgt aussehen: Schaffen Sie eine faire Feedbackkultur, die Leistungen honoriert. Üben Sie einen konstruktiven Umgang mit tolerierbaren Fehlern. Reduzieren Sie Stress durch eine weitsichtige Planung und einen sorgsamen Umgang mit der Fülle an Projekten. Sorgen Sie für Tätigkeitsvielfalt oder Möglichkeit von Jobrotationen. Organisieren Sie eine sinnvolle und transparente Urlaubsplanung. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter und bieten Sie eine Selbstkontrolle anhand von Symptomkatalogen. Schaffen Sie vertrauliche oder anonyme Ansprechstellen für individuelle Betreuung. Bieten Sie Trainings und Coachings nach Erfordernis an.

Was für jeden einzelnen Mitarbeiter wichtig ist, gilt besonders für Führungskräfte. Diese stehen in einer großen Verantwortung für ihr Team, aber auch für sich selbst. Sie sollten einerseits mit gutem Vorbild vorangehen und andererseits die oben genannten Signale bei den Mitarbeitern erkennen. Um das zu können, müssen sie sich selbst in ihrer Aufgabe wohlfühlen oder im Bedarfsfall Hilfe annehmen. Manager scheuen sich in der Regel, eigene Probleme offen anzusprechen, da sie befürchten, dies könnte ihnen als Führungsschwäche angelastet werden – ein mögliches Pulverfass für Unternehmen.

Burnout Prävention beginnt bei der Personalauswahl
Um gar nicht erst in die Problematik des Burnouts zu kommen, empfiehlt es sich, das Augenmerk auf die optimale Passung zwischen Aufgaben und Persönlichkeitsfaktoren zu legen. Mitarbeiter, egal ob Sachbearbeiter oder Manager, die zu ihrer Aufgabe passen, fühlen sich wohl, leisten gute Arbeit und reduzieren damit das Risiko eines Burnouts deutlich. Dies wurde auch von Prof. Biemann von der Universität Mannheim und Prof. Weckmüller von der FOM-Hochschule Bonn in einem Beitrag im Wissenschaftsmagazin „PERSONAL quarterly“ bestätigt. Um diese Passung zu erreichen, ist eine Auswahl gemäß den Anforderungen vorzunehmen. Dies kann in Form eines Assessments erfolgen oder speziell bei Managern durch Erstellung einer individuellen Persönlichkeitsstudie. Hier wird genau darauf geachtet, inwieweit die bei Personen vorhandenen Persönlichkeitskriterien auf die zu besetzende Position passen. Nebeneffekt eines solchen Auswahlverfahrens ist, dass so auch Talente entdeckt werden, die vielleicht aktuell noch nicht für Managementaufgaben geeignet sind, aber durchaus Potential für andere oder zukünftige Aufgaben mitbringen.

Fazit: Unternehmen können viel tun, um ihre Mitarbeiter und vor allem ihre Leistungsträger vor einem Burnout zu schützen. Neben der richtigen Unternehmenskultur ist die Auswahl eine der wesentlichen Stellschrauben, um Mitarbeiter langfristig im richtigen Kontext arbeiten zu lassen und somit den Unternehmenserfolg sicherzustellen.

Tagged as: , , ,

Categorised in: Allgemein, Deutschland

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

css.php