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Frauen coachen statt Frauenquote

Trotz der seit Jahren geführten Debatte um Frauen in Führungspositionen ist die Zahl der Frauen in den Chefetagen seit 2001 fast unverändert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass zwei von drei Frauen in den ersten fünf Berufsjahren das ursprüngliche Karriereziel Topmanagement aufgeben. Mit dem richtigen Coaching ließe sich das vermeiden.

Viele junge Frauen starten heute mit Ehrgeiz und hohen Erwartungen ins Berufsleben. Von dieser Zuversicht ist nach wenigen Jahren nicht mehr viel übrig, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der internationalen Managementberatung Bain & Company. Während 34 Prozent der Berufsanfänger und sogar 43 Prozent der Berufsanfängerinnen den Aufstieg ins Topmanagement planen, haben fünf Jahre später immer noch 34 Prozent der Männer, aber nur noch 16 Prozent der Frauen den Ehrgeiz und die Zuversicht, bis in den Vorstand zu kommen. Woran liegt es, dass sich fast zwei Drittel der jungen Frauen so früh im Erwerbsleben von ihren Karriereambitionen verabschieden und wo muss erfolgreiches Coaching ansetzen?

Frauen in Führungspositionen stehen vor dem Dilemma, einerseits das männlich vorherrschende Führungsverhalten als Benchmark zu nehmen, andererseits Führung nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten zu wollen. Das deckt sich mit dem Wunsch von Unternehmen, die von Frauen in Führungspositionen eine Veränderung und Flexibilisierung der Führungskultur erwarten. Dennoch haben Männer nach wie vor die „Definitionsmacht“ in Sachen Führung. Dieser Spagat zwischen eigenen und fremden Ansprüchen schreckt einen Teil der eigentlich für die Aufgabe qualifizierten Frauen vor dem Sprung in eine Führungsposition ab. Im Rahmen eines Coachings können Frauen in dieser Phase wesentlich darin unterstützt werden, ihre eigenen Ansprüche und die externen Anforderungen zu reflektieren, um ihre Karriereziele zu definieren und ihre Gestaltungsmöglichkeiten auszuschöpfen.

Unsere Auswertung von Persönlichkeitsanalysen, die wir im Zuge von Begutachtungen erstellen zeigt, dass Männer und Frauen sich hinsichtlich der Persönlichkeitseigenschaften nicht groß unterscheiden. Frauen wissen sogar noch klarer als Männer, welche Erfolgsfaktoren gute Führung ausmachen. Allerdings stellen Frauen in Führungspositionen sehr hohe Ansprüche an sich selbst, denen sie aus eigener Einschätzung nicht immer genügen. Das führt zu negativen Gefühlen und ist einer der Gründe, warum ein Teil der eigentlich für die Aufgabe qualifizierten Frauen vor dem Sprung in eine Führungsposition zurückschreckt. Um sich in einer Führungsposition nicht aufzureiben, ist eine gute Selbstregulierung daher unablässig.

Aufgrund der hohen Anforderungen trifft man in Führungspositionen häufig Frauen an, deren Weg in die Führungsfunktion maßgeblich durch ihre „Antreiber“ bereitete wurde: Sei perfekt, sei stark und mache es anderen recht! Antreiber haben ihren Ursprung in frühen Einschärfungen, die uns als verbale und non-verbale Anweisungen seitens der Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen auf den Weg gegeben wurden. Der Name „Antreiber“ weist aber bereits darauf hin, das diesen Geboten fast zwanghaft gefolgt wird und die Selbstregulation entsprechend beeinträchtigt ist. Ein typischer Antreiber, der im Coaching von Frauen in Führungspositionen eine Rolle spielt, lautet: Mach’s anderen recht! Dieser Antreiber sorgt für einen kollegialen Führungsstil, der bei einem Fortschreiten auf der Hierarchieebene zum Hindernis werden kann.

Im Coaching kann mit solchen Frauen erarbeitet werden, worin die Antreiber ihren Ursprung gefunden haben könnten und wie sie es bislang anstellten, dass die Welt zu ihrem Skript passte. Denn wenn ein Coachee ins Skript geht, ignoriert sie Aspekte der wahren Situation, die für die Lösung des Problems wichtig sind. Diese Wahrnehmungsverzerrungen und Beziehungsmuster zu erkennen ist Teil des Prozesses. Die Erkenntnis deckt auch auf, welche Potentiale und Fähigkeiten die Coachee bislang ausgeblendet hat, die sie hätte nutzen können. Im Zuge des Coachings werden Ziele der Veränderung vereinbart, um das Ende der gemeinsamen Arbeit im Fokus zu halten. Es ist erreicht, wenn das Verhalten, Denken oder Fühlen der Coachee eine Reaktion auf die Realität und nicht auf ihre Skriptüberzeugung darstellt. Anstatt sich in Ordnung zu fühlen, solange sie es anderen recht macht, wird sie vielmehr situativ und autonom entscheiden können und dabei mit sich und der Welt im Reinen sein. Das macht von innen heraus den Weg frei für höhere Aufgaben.

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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