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Generation 50plus – vom Abstellgleis auf die Überholspur

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Angesichts des demografischen Wandels sollten Unternehmen sich wieder auf die Kompetenzen ihrer älteren Beschäftigten besinnen und den Wissenstransfer zwischen den Generationen sichern. Altersgemischte Teams eigenen sich hervorragend dazu. Ältere Mitarbeiter als wichtige Ressource in der Arbeitswelt gezielt zu fördern und zu halten ist überfällig und muss Bestandteil einer modernen Unternehmenskultur werden. Nur so können die Unternehmen in Deutschland langfristig erfolgreich sein.

Deutschland ist zu einem Land des langen Lebens geworden – im Jahr 2016 geborene Mädchen werden in Deutschland im Schnitt 83,3 Jahre alt, Jungen 78,5 Jahre. Das geht aus einer im Fachjournal „Lancet“ veröffentlichten globalen Gesundheitsstudie hervor. Auf der anderen Seite stagniert die Geburtenrate – dieser Prozess verändert in zunehmendem Maße auch die Arbeitswelt. So hat in den vergangenen Jahren die Erwerbstätigkeit älterer Menschen immer weiter zugenommen. Rund 45 Prozent der 55- bis unter 65-Jährigen gingen 2005 einer bezahlten Arbeit nach, 2015 waren bereits zwei Drittel dieser Altersgruppe noch erwerbstätig.

Dabei gibt es signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen: So waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2015 von den 60- bis unter 65-Jährigen Männern 59 Prozent erwerbstätig, aber nur 48 Prozent der Frauen. In der Altersgruppe der 65- bis unter 70-Jährigen gingen noch 18 Prozent der Männer, aber nur 11 Prozent der Frauen noch einer bezahlten Arbeit nach. Die Arbeitnehmergeneration 50plus wird künftig an Bedeutung gewinnen, weil sie zahlenmäßig weiter zunehmen und gleichzeitig immer später in Rente gehen wird. Heute sind bereits 30 Millionen Bundesbürger über 50 Jahre alt. Bis 2050 wird ihr Anteil von derzeit 37 Prozent auf rund 50 Prozent anwachsen.

Trotzdem haben Menschen, die mit über 50 Jahren eine neue Arbeitsstelle suchen, heute vergleichsweise schlechte Chancen. Ältere lernen langsamer, sind nicht mehr so leistungsfähig und können sich nur mühsam in neue Arbeitsabläufe und Programme einfinden – so lauten die Vorurteile vieler Manager. Die meisten Unternehmen machen aber gute Erfahrungen, wenn sie ältere Menschen eingestellt haben. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, nachdem sie 2014  rund 15.000 Betriebe und im Jahr darauf 13.000 Betriebe zu Neueinstellungen älterer Menschen befragt hatten. Unternehmen, die über 50-jährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einstellen, setzen auf deren Erfahrungen und Motivation.

Mitarbeiter ab 50 Jahren verfügen oft über wertvolle Branchen- und Facherfahrungen, Spezialkenntnisse, Lebenserfahrung sowie langjährig gepflegte Netzwerke. Außerdem besitzen sie eine hohe soziale Kompetenz, Eigendisziplin und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – Eigenschaften, die den Arbeitnehmern der Generationen Y oder Z oftmals noch fehlen. Ihre Lernbereitschaft, Flexibilität und die Fähigkeit, mit moderner Kommunikationstechnik umzugehen, sind oftmals viel stärker ausgeprägt als allgemein angenommen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund dafür, ältere Mitarbeiter im Unternehmen zu halten oder neu aufzunehmen. Der Diversity-Ansatz besagt, dass Teams dann besonders erfolgreich sind, wenn sie aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, Kulturen und Altersklassen zusammengesetzt sind. Das gilt auch für den Kontakt nach außen zu Kunden. Ein älterer Kunde fühlt sich bei einem älteren Berater besser aufgehoben als bei jemandem, der 30 Jahre jünger ist als er und sein Sohn oder seine Tochter sein könnte.

Da Wissen aufgrund des beschleunigten technischen Wandels schneller veraltet, kommt es künftig nicht mehr so stark auf Fachkenntnisse an, sondern auf das Potenzial sowie die Fähigkeit, sich neue Kenntnisse und Techniken rasch anzueignen und sie situationsgerecht einzusetzen. Das ist weniger eine Frage des Alters denn der Persönlichkeit. Allerdings sollte bei Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen auf die besonderen Bedürfnisse der Generation 50plus eingegangen werden. Früher haben Unternehmen vor allem in jüngere Mitarbeiter investiert. Um die Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiter zu erhalten ist es zwingend notwendig, je nach ihrem individuellen Qualifizierungsbedarf, weiter in sie zu investieren. Das lohnt sich vor allem deshalb, weil jüngere Mitarbeiter leichter abwandern oder abgeworben werden als ältere Mitarbeiter, für die ein Arbeitsplatzwechsel schwieriger ist und die dem Unternehmen eine höhere Loyalität entgegen bringen.

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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