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Künstliche Intelligenz – zwischen Vision und realen Möglichkeiten

MU

Robert Simmeth, Vice President GM Cognitive Solutions IBM Watson IBM Inc. und Prof. Dr. Heiner Stuckenschmidt, Professor für Praktische Informatik und Mitglied im Direktorium des Instituts für Enterprise Systems CIO der Universität Mannheim, zeigten bei einem Executive Circle Event von Mercuri Urval Ende Mai in Düsseldorf auf, welches Marktpotential hinter den aktuellen Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz steckt.

Künstliche Intelligenz – dieser von Professor John McCarthy in den 1950er-Jahren geprägte Begriff befasst sich mit allen Aspekten der Automatisierung intelligenten Verhaltens. KI ist untrennbar mit der Entwicklung moderner Computer verbunden. Robert Simmeth warf einen kurzen und spannenden Blick auf die Entwicklung der KI zurück, an der IBM unter anderem mit dem Programm Deep Blue, das 1997 erstmals den Schachweltmeister bezwingen konnte, sowie mit IBM Watson beteiligt war und ist. Dabei zeigte er auf, dass die Entwicklung intelligenter Computer mit dem Lern- und Denkverhalten von Menschen vergleichbar ist: Dem Entdecken neuer Einsichten und Werte folgt die Entscheidung, wie diese künftig anzuwenden sind. Interaktion und Unterstützung basieren auf dem Verständnis von Inhalt und Kontext der neuen Informationen in Bezug auf bereits vorhandenes Wissen.

Am konkreten Beispiel des IBM-Programms Watson, das Antworten auf Fragen gibt, die in digitaler Form in natürlicher Sprache eingegeben werden, zeigte Robert Simmeth auf, das Computerprogramme in der Lage sind, aus einer Vielzahl an Daten Informationen zu generieren und konkrete Handlungsempfehlungen zu geben. Dies geschieht bereits bei Krebspatienten durch den Watson Oncology Advisor. Durch die Kombination von künstlicher Intelligenz, relevanten Daten und einer umfassenden Fachexpertise könnten neuromorphe Computer künftig in der Lage sein, den Menschen auf einer Vielzahl von Gebieten zu unterstützen oder gar zu ersetzen. Dabei muss Künstliche Intelligenz ebenso lernen wie der Mensch, das heißt, dem Verstehen von Problemen folgt das Überlegen neuer Lösungen, die im Erfolgsfall zu einem Lernprozess führen, der kontinuierlich fortgesetzt wird. Die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen wird künftig auf zahlreichen Gebieten zur Normalität, denn laut IBM Senior Vice President Dr. John Kelly „stehen wir gerade erst am Anfang der Ära des ‘cognitive computing’“.

Mit dem Titel „Keine Angst, es ist nur Informatik! – Macht und Mythen der Künstlichen Intelligenz“ versuchte Prof. Dr. Heiner Stuckenschmidt etwaige Sorgen vor einer Übernahme der Macht durch Maschinen entgegen zu wirken. Denn während sich die mediale Darstellung auf die sogenannte starke KI fokussiert, die dem Rechner das beibringt, was der Mensch gut kann, stecken die eigentlichen Chancen für Unternehmen in der „schwachen“ KI, die dem Rechner das beibringt, was der Mensch nicht gut kann. Dazu gehören Kombinatorik, die Verarbeitung großer Datenmengen und die neutrale Bewertung von Daten, wie er am Beispiel einer optimalen Tourenplanung für ein Logistik-Unternehmen zeigte.

Wie Künstliche Intelligenz funktioniert und lernt zeigte Heiner Stuckenschmidt ebenso unterhaltsam auf wie die zahlreichen praktischen Anwendungsmöglichkeiten, etwa bei der Auswahl von Kundensonderwünschen für Stadt- und Reisebusse, die dann als Standardvarianten den Aufwand bei Planung und Konstruktion verringern helfen. Große Datenmengen sinnvoll zu verarbeiten kann auch dem Lebensmitteleinzelhandel dabei helfen, bei leicht verderblichen Waren die Bestellmengen zu optimieren und unter Berücksichtigung der Kundenzufriedenheit die Kosten zu senken. KI und Big Data sind eben eine (fast) perfekte Symbiose. Allerdings setzt der erfolgreiche Einsatz von KI ein fundiertes Informatik-Know-How voraus.

Im Anschluss an die beiden Vorträge moderierte Sascha Felden, Global Head of Technology Sector und Senior Consultant bei Mercuri Urval, eine Podiumsdiskussion mit Robert Simmeth und Prof. Dr. Heiner Stuckenschmidt. Dabei standen sie auch den Gästen für Fragen und Antworten parat.

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Categorised in: Allgemein, Deutschland

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