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Netzwerken – Klasse statt Masse

Netzwerken

Netzwerken gilt in einigen Branchen als Königsweg, um an dringend gesuchte Talente zu kommen oder aus Sicht der Kandidaten einen neuen, attraktiven Arbeitgeber zu finden. Wie bei jeder guten Kommunikation sollten aber auch beim Netzwerken die klassischen W-Fragen beachtet werden, um erfolgreich zu sein.

Das digitale Zeitalter hält eine Vielfalt an technischen Möglichkeiten bereit, um sich auf elektronischem Wege miteinander zu verbinden. Dennoch zeigt es sich in der Praxis immer wieder, dass persönliche Treffen oder ein reger Gedankenaustausch in größerer Runde weder durch Chats, Mails oder Telefonate zu ersetzen sind. Gelegenheiten dazu gibt es reichlich, denn die Zahl der von Wirtschaftsverbänden und Interessengruppen organisierten Netzwerk-Treffen ist unüberschaubar. Bevor also der Aufbau eines persönlichen Netzwerks in Angriff genommen wird, sollte eine Frage beantwortet sein: Was soll mein Netzwerk bezwecken? Dabei ist es wichtig, dass spezifische Ziele definiert werden, die besagen, was der Mehrwert des Netzwerkes sein soll. Wer einfach nur mehr Kontakte generieren möchte, erreicht unter Umständen zwar viele Personen, aber nicht die gewünschten und hilfreichen Kontakte.

Sind die Ziele definiert, benötigt man einen Überblick darüber, mit welchen Bereichen und Gruppen von Menschen man Netzwerken will, um diese Ziele zu erreichen. Oder noch genauer: Mit wem will ich in Kontakt kommen? Das können je nach Branche und Unternehmen unterschiedlich viele Personen sein. Daher ist es wichtig, dass man diese Personen gliedert, das heißt, bestimmte Unternehmen, Institutionen, Fachbereiche oder auch Menschen, die bestimmte Themenfelder besetzen, ins Visier nimmt. Im nächsten Schritt gilt es zu überlegen, auf welcher hierarchischen Ebene die Kontakte im Netzwerk sich befinden sollen. Sucht man den Kontakt zu Geschäftsführern, Abteilungsleitern oder doch Spezialisten?

Ist der Personenkreis genauer definiert, stellt sich bereits die nächste Frage: Welche Möglichkeit habe ich, um mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen? Dazu gibt es zum Glück eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Wichtig ist, dass man sich genau überlegt, wo man die Kontakte findet und mit welchem Hintergrund diese dort sind. Das „in Kontakt kommen“ sollte nämlich zur jeweiligen Situation und dem Hintergrund der Möglichkeit passen.

Privat orientierte soziale Netzwerke wie facebook empfehlen sich, wenn der Grund der Kontaktaufnahme nicht „nur“ beruflichen Zwecken dient, sondern nicht völlig ausgeschlossen ist, dass der Hintergrund halb privat ist. Das kann im Rahmen einer Vereinstätigkeit oder im sportlichen Umfeld sein. Dann ist es am besten, wenn man eine kurze und übersichtliche Anfrage schreibt und darauf achtet, den Hintergrund kurz und präzise zu formulieren. Beruflich orientierte soziale Netzwerke wie LinkedIn oder Xing sind deutlich interessanter, um die entsprechenden Kontakte zu knüpfen. Wichtig ist, dass das eigene Profil gepflegt ist und der potenzielle Kontakt alle Informationen erhält, um zu verstehen, was man selbst beruflich macht. Ideal ist, wenn die kontaktierte Person auch erkennen kann, was der Hintergrund der Kontaktaufnahme sein könnte.

Business Events sollten unbedingt in den Aufbau eines Netzwerkes einbezogen werden, wenn man auf einem Event interessante Kontakte erwartet. Natürlich sind das in erster Linie Events, deren Themen das eigene Tätigkeits- oder Interessensfeld abdecken. Zum einen gewinnt man neue Einblicke in sein Fachgebiet und zum anderen generiert man sehr einfach Kontakte. Auch hier gilt: Ansprechen und eine Basis schaffen ist die halbe Miete! Fachverbände und Institutionen bieten über die Arbeit in Gremien oder bei Fachveranstaltungen die Möglichkeit, sehr themenspezifisch mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Von Unternehmen oder Wirtschaftsverbänden organisierte Sportveranstaltungen wie Golfturniere sind eine hervorragende Gelegenheit, um zwanglos miteinander in Kontakt zu kommen. Der halb geschäftliche, halb private Charakter dieser Treffen sorgt meist für sehr entspannte Kommunikation und ein persönliches Kennenlernen. Aber auch eher unkommunikative Mannschaftssportarten wie Fußball können im Anschluss an ein Spiel sehr gut zum Netzwerken genutzt werden.

Mit der ersten Kontaktaufnahme ist jedoch nur der Anfang gemacht, denn danach heißt es, die wichtigen Kontakte zu halten und zu pflegen, um im Bedarfsfall ohne großen Aufwand darauf zurückgreifen zu können. Dabei ist es wichtig, dass die Dinge, die man im Erstgespräch besprochen und Themen zu denen man sich ausgetauscht hat, entweder elektronisch oder auf Papier zu notieren. Dann hat man gleich Anknüpfungspunkte für die nächste Kontaktaufnahme. Hierbei ist es wichtig, dass man stets berücksichtigt, dass der Austausch beidseitig interessant sein sollte. Beiden Seiten müssen einen Nutzen aus dem Austausch ziehen, damit er langfristig Erfolg haben kann.

Denn der langfristige Nutzen ist es, den ein gutes Netzwerk bietet. Die neuen Kontakte können wertvolle Informationen und Einsichten in technische oder personelle Veränderungen in der Branche oder in einzelnen Zielunternehmen bieten. Umgekehrt sollte man auch bereit sein, eigene Informationen mit Bedacht weiterzugeben, um für die Kontaktpersonen interessant zu bleiben. Netzwerken heißt Geben und Nehmen und zukunftsorientiert zu agieren. Von besonderer Bedeutung ist dabei die soziale Ebene. Wer freut sich nicht, wenn er zum Geburtstag eine Nachricht oder einen Anruf erhält? Außerdem sind Geburtstage eine gute Gelegenheit, um ohne Anlass den Kontakt aufzufrischen. Wenn Events oder Messen anstehen, bietet sich ebenfalls die Möglichkeit nachzufragen, ob der Kontakt dort ist und Zeit für einen Kaffee hat.

Fazit: Aus all dem ergibt sich zwangsläufig die Einsicht, dass ein gutes Netzwerk nicht aus möglichst vielen, sondern aus möglichst guten Kontakten bestehen sollte. Das schränkt die Zahl der Kontakte naturgemäß ein, denn die Zeit zur Netzwerkpflege ist nun mal ein knappes Gut. Doch richtig eingesetzt, macht sich diese Zeit langfristig bezahlt.

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