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Veränderung? Alltäglich für Schweizer KMU

Über Veränderungsprozesse in Unternehmen und der HR-Branche

Mercuri Urval bewegt sich am Puls der Veränderungen von Schweizer KMU. Unsere Insight Studie 2012 zeigte, dass Veränderungsprozesse nicht nur aufgrund konjunktureller Einflüsse, Krisensituationen oder technologischer Umbrüche stattfinden, sondern alltäglich geworden sind. Stephan Beyeler erklärt im Interview, weshalb Marktorientierung, Innovation und Unternehmenskultur in der Schweiz besonders wichtig sind und wie sich der HR-Bereich in den letzten Jahren verändert hat.

Herr Beyeler, Unternehmen sind immer wieder mit Veränderung konfrontiert. Laut Ihrer Studie hat 2012 in der Schweiz im Vergleich zu Europa ein deutlich höherer Anteil der Veränderungsprozesse auf bessere Kunden- und Marktorientierung abgezielt. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind die KMU. Diese sind sich Veränderungen gewohnt, da sie sich den Gegebenheiten des Marktes als kleine Player immer schon anpassen mussten. Ausserdem ist die Schweiz ein Exportland, was extreme Veränderungsbereitschaft gegenüber anderen Märkten erfordert. Dass wir kein Euroland sind, erhöht den Druck zusätzlich.

Mehr als die Hälfte aller Veränderungsprozesse in der Schweizer Wirtschaft zielen gemäss Studie auf die Anpassung an technische Innovationen ab. Wie erklären Sie das?

Generell hat das Thema Innovation stark an Bedeutung gewonnen. Die Schweiz sieht in ihrer Innovationskraft einen Wettbewerbsvorteil. Daher halten es Schweizer Unternehmen auch für notwendig, Innovationen voranzutreiben. Wir suchen heute explizit Innovationsmanager für entsprechende Positionen, was noch vor wenigen Jahren kein Thema war.

Auch die Veränderung der Unternehmenskultur steht in der Schweiz mehr im Vordergrund als in Europa. Weshalb?

Menschen kommen wegen Menschen, sie bleiben wegen Menschen, aber sie gehen auch wegen Menschen. Soft Skills wie Kommunikation, Verbindlichkeit, Fairness und Teamgeist, welche die Unternehmenskultur ausmachen, haben einen entscheidenden Einfluss auf die Arbeitsergebnisse der Mitarbeitenden und sind auch bei der Entscheidung eines Kandidaten für oder gegen ein Unternehmen häufig ausschlaggebend. Das hat man in der Schweiz erkannt. Verglichen mit Deutschland und Österreich ist die Schweiz zudem viel weniger hierarchieorientiert, weshalb die Zusammenarbeit mehr durch Werte als durch Regeln geprägt ist.

Gut ein Fünftel der befragten Manager sind der Auffassung, dass generell zu viele Veränderungen stattfinden. Was sagen Sie dazu?

Ich denke nicht, dass zu viele Veränderungsprozesse stattfinden. Vielmehr glaube ich, dass negative Erfahrungen, Ängste und Verunsicherungen zu solchen Aussagen führen. Oder man könnte auch sagen, der falsche Umgang des Managements mit den Verunsicherungen der Belegschaft oder mangelhafte interne Kommunikation sind das Problem und nicht die Anzahl der Veränderungen.

Sie sind bereits seit 1996 für Mercuri Urval tätig. Was hat sich im HR-Bereich in den letzten Jahren verändert?

Hier sehe ich drei grundlegende Veränderungen: Die zunehmende Bedeutung des Multi-Channel-Approachs bei der Personalsuche, die Globalisierung der Unternehmen und des Kandidatenmarktes und den vermehrten Mangel an Fach- und Führungskräften.
Früher fand die Rekrutierung fast ausschliesslich über Inserate in Printmedien statt, heutzutage ist dies eher die Ausnahme. Auch Online-Jobbörsen werden bereits wieder abgelöst durch aktiv bewirtschaftete Kandidaten-Datenbanken. Unsere Mandate sind zudem vermehrt international ausgerichtet. Betriebe verschiedenster Branchen bekunden zunehmend Mühe, im kleinen Pool Schweiz die richtigen Leute zu finden. Aus demselben Grund wird es auch immer wichtiger, Talente im Unternehmen zu erkennen, zu halten und zu fördern.

Mit Stephan Beyeler sprach Sibylle Lagler, PRtools GmbH

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Categorised in: Allgemein, Schweiz

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