It's all about people.

Warum Unternehmen Äpfel verteilen sollten

Gesundheitsmanagement

»An apple a day keeps the doctor away« heißt ein bekanntes englisches Sprichwort. Angesichts der demografischen Entwicklung sind Unternehmen gut beraten, sich schon heute darüber Gedanken zu machen, wie sie in Zukunft ihre zunehmend älter werdende Belegschaft möglichst lange bei guter Gesundheit halten. Entsprechende Angebote werden sich schon bald zu einem echten Wettbewerbsvorteil entwickeln.

Die deutsche Bevölkerung altert und schrumpft. Nach Italien und Bulgarien wird Deutschland in 2030 mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren die drittälteste Bevölkerung in Europa haben. Jetzt schon hat Deutschland den geringsten Anteil von unter 18-Jährigen in ganz Europa. Zudem wird die Zahl der über 55-Jährigen weiter wachsen, während die Zahl in allen jüngeren Altersgruppen noch weiter schrumpfen wird. Diese Entwicklung ist historisch neu und erfordert seitens der Politik, der Gesellschaft und der Unternehmen ein radikales Umdenken. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind unaufhaltsam. Noch lassen sich aber die Risiken durch entsprechende Anpassungsstrategien entschärfen.

In Unternehmen haben diese Veränderungen Konsequenzen sowohl für die Absatzmärkte als auch für die externe und interne Personalpolitik. Zum einen werden künftig weniger Kandidaten als bisher zur Auswahl zur Verfügung stehen. Zum anderen muss davon ausgegangen werden, dass Mitarbeiter nicht mehr so viele Tage im Jahr tatsächlich an ihrem Arbeitsplatz sind, sondern mehr Ausfallzeiten einzuplanen sind. In Bezug auf die schwindende Zahl an Kandidaten ist festzuhalten, dass es immer noch Bevölkerungsgruppen gibt, deren Potenziale nicht ausreichend genutzt werden, wie beispielsweise die von Frauen, von Älteren wie auch die von Menschen mit Migrationshintergrund. Und gegen die Erhöhung von altersbedingten Fehlzeiten helfen Prävention und Anpassung.

Die betriebliche Gesundheitsförderung hat bereits in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Die sukzessive Verdichtung der Arbeit bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die zunehmende Arbeit am Schreibtisch bei gleichzeitiger Abnahme körperlich anstrengender Arbeit, eine erhöhte psychische Belastung durch immer schnelleren und tieferen technologischen Wandel erfordern von den Unternehmen ein noch höheres Engagement im Bereich der Gesundheitsförderung, um die Arbeitskraft der Mitarbeiter langfristig zu erhalten.

Auch wenn die Unternehmen sich nicht aus Altruismus, sondern aus handfesten Interessen um ihre Belegschaft kümmern, kommt das auch den Beschäftigten selbst zugute. Denn eine gute Gesundheit beeinflusst auch ihr Privatleben positiv. Speziell Programme, in denen Mitarbeiter dazu angehalten werden ihr Verhalten zu ändern, sind in Kombination mit einem gesundheitsfördernden Arbeitsumfeld sehr erfolgsversprechend. Deshalb besteht das betriebliche Gesundheitsmanagement meist aus zwei Komponenten: Eigenverantwortung des Einzelnen und die Investition des Arbeitgebers.

Die Vorteile eines gut strukturierten und etablierten Gesundheitsmanagements wiegen für Arbeitgeber langfristig dessen Kosten auf. So sichert eine flächendeckende Gesundheitsförderung der Mitarbeiter in Unternehmen die kontinuierliche Einsatzfähigkeit der Arbeitnehmer bis zum Renteneintrittsalter. Das beugt dem Ausfall wichtiger Fachkräfte vor, die kaum oder nur für viel Geld auf dem Arbeitsmarkt rekrutiert werden können. Gerade der Anstieg des Durchschnittsalters der Belegschaft macht diese anfällig für eine Vielzahl an Gesellschaftskrankheiten wie Rückenleiden, Burn-out und anderen chronischen Leiden, die durch die strukturelle Änderung der Arbeitswelt auftreten. Dabei handelt es sich um Krankheitsbilder, die sich sehr gut durch präventive Maßnahmen vermeiden lassen.

Die Probleme des demografischen Wandels und der steigenden Lebensarbeitszeit werden durch das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht gelöst, jedoch kann es diese positiv beeinflussen. Zusätzlich steigert ein solches System die Attraktivität des Arbeitgebers und bietet auf dem umkämpften Kandidatenmarkt einen Wettbewerbsvorteil. Dabei kommt den Unternehmen ein Trend zugute, der sich schon seit einiger Zeit ausbreitet und dessen Vertreter mit dem Akronym LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainabilty) bezeichnet werden. Das sind all jene Menschen, die einen Lebensstil pflegen, der von Gesundheitsbewusstsein und -vorsorge sowie der Ausrichtung nach Prinzipien der Nachhaltigkeit geprägt ist. Für sie kann es ein mitentscheidender Faktor für die Wahl eines Unternehmens bei einem Arbeitsplatzwechsel sein. Oder, sofern sie bereits Teil der Belegschaft sind, ihrem Unternehmen die Treue zu halten. Der sprichwörtliche Apfel könnte also zum Zünglein an der Waage werden.

Tagged as: , ,

Categorised in: Allgemein, Deutschland

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

css.php