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Wie gute Führungskräfte mit frischem Wind Krisen in Chancen umwandeln

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Dass die Windenergiebranche in Deutschland gerade eine Flaute erlebt, ist nicht zu leugnen. Zu eindeutig sind die Zahlen: Bei momentan 28.000 Windrädern in Deutschland kamen 2017 noch neue Anlagen mit 5.300 MW Kapazität hinzu, 2018 werden es nur noch rund 3.500 MW sein und für 2019 wird ein Rückgang auf 1.500 MW erwartet. Deshalb reagierten die Hersteller und Zulieferer in den vergangenen Monaten mit Personalkürzungen und Personalberatungen erhalten sehr viele Bewerbungen, wenn eine Stelle ausgeschrieben wird, die Branchenexpertise verlangt.

Als Personalberater stelle ich mir immer wieder die Frage woran es liegt, dass Unternehmen zu spät auf sich abzeichnende Krisen reagieren. Dass die Vergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien Schritt für Schritt gesenkt wird, ist ja keine neue Entwicklung. Natürlich macht das eine Reduzierung der Kosten notwendig, aber hätten die Führungskräfte nicht früher und vor allem präventiv darauf reagieren können? Führungskräfte sind heute in allen Branchen mehr gefordert denn je, um ihre Organisation rasch an die sich immer dynamischer verändernden Marktbedingungen anzupassen. Das macht eine strategische Platzierung der richtigen Leute an den richtigen Positionen wichtiger als je zuvor.

Unternehmen sollten ihren Managern daher die Ressourcen einräumen, damit sie stärker die externen Marktentwicklungen und Ereignissen im Auge behalten können als sich mit internen Systemen, Strukturen und Prozessen beschäftigen zu müssen. Häufig wird nur das Tagegeschäft gesehen und dann geschieht es leicht, dass Marktveränderungen nicht rechtzeitig erkannt werden. In der Folge verpasst man dann auch den richtigen Zeitpunkt, um notwendige Veränderungen einzuleiten. Wenn die Umsätze wegbrechen, ist der Abbau von Personal meist unvermeidbar, aber es gibt bessere Wege aus der Krise. Weltweit betrachtet wächst der Markt für Windkraftanlagen – nur momentan eben nicht in Deutschland, sondern vor allem in Asien. Deshalb sollte eine Internationalisierung immer eine Option sein.

Gerade in Krisenzeiten sind Innovationen wichtiger denn je, um die Anlagen effizienter zu machen und so bei Ausschreibungen die Nase vorn zu haben oder um sich gegen die bei den Personalkosten günstigere Konkurrenz aus Fernost durchzusetzen. So ist beispielsweise im Bereich der Rotorblätter noch sehr viel Potenzial vorhanden, um die Anlagen effizienter und damit wettbewerbsfähiger zu machen.

Für Innovationen benötigt man aber kluge Köpfe. Bei Stellenstreichungen muss deshalb darauf geachtet werden, nicht die falschen Kompetenzen freizustellen. Bei Forschung und Entwicklung sollte der Fokus verstärkt auf dem Kunden liegen. Führungskräfte haben die Aufgabe, aus einer Vielzahl von Innovationsideen diejenigen herauszusuchen, die am erfolgversprechendsten sind. Dabei können frühere Erfolge mehr Fluch als Segen sein, denn sie fördern eine gewisse Selbstgefälligkeit im Unternehmen die dazu führen kann, dass Chancen und Risiken übersehen werden.

Neue Maßnahmen zu ergreifen um auch unter veränderten Marktbedingungen erfolgreich zu sein, ist meist leichter gesagt als getan. Ein Grund scheint mir der Mangel an Entschlossenheit für neue Wege zu sein. Häufig begründen Manager ihre auf die Zukunft gerichteten Entscheidungen damit, dass diese sich in der Vergangenheit als richtig erweisen haben. Nur sind diese etablierten Verhaltensweisen möglicherweise nicht für den Erfolg in neuen, anders funktionierenden Märkten geeignet.

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